Biografie

Nicolas Tarkhoff ist einer der bekanntesten Post-Impressionisten mit russischer Herkunft im Kreise der École de Paris.

 

Nicolai Alexandrovitch Tarkhoff , Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, bewarb sich nach seinem Militärdienst 1894 an der Moskauer Akademie, wurde dort jedoch wegen seiner revolutionären Ideen abgelehnt. Als er 1897 auf die Krim reiste, begegnete er dem Maler K.-A. Korowin, der ihn einer Moskauer Malergruppe zuführte.

 

Nach mehreren Reisen besucht Tarkhoff 1896 erstmals Paris, kehrt aber nach einigen Studien zunächst in seine Heimat zurück. Er schloss sich der von Bakst und dem Ballettmeister Serge Diaghilew geleiteten Künstlergruppe an, die sich um die Zeitschrift "Mir Iskusstva" (Die Welt der Kunst) gesammelt hatte und trat der russischen Künstlervereinigung bei.

 

Doch bald zieht es ihn wieder zurück nach Frankreich; 1899 besucht er die Académie Julian unter J.-P. Laurens und studiert an der Académie des Beaux-Arts.

 

In diesen Anfangsjahren entstehen die ersten Gemälde seines spätimpressionistischen Stils, die die Türen für Ausstellungsbeteiligungen in Paris öffnen.

 

Seine Malerei ist bestimmt von einem vehementen Pinselstrich und leuchtenden Farben. Inspiriert von den großen Vorbildern van Gogh, Cézanne und Pissarro findet Tarkhoff seinen eigenen Weg.

 

Er malt quirlige Pariser Straßenszenen, die ländlichen Feste mit den Karussells und der bewegten Menschenmenge, aber auch Landschaften von der Seine und aus der Bretagne.

 

Im Jahre 1905 beteiligt er sich an der Ausstellung des Salon d'Automne mit sechs Gemälden, wodurch einige Kunsthändler auf ihn aufmerksam werden. So auch der schon zu Lebzeiten berühmte Galerist Ambroise Vollard, der ihm die erste umfassende Einzelpräsentation ermöglicht. 72 Gemälde beinhaltete die Werkschau Tarkhoffs, welche den Künstler in europäischen Sammlerkreisen über Nacht bekannt machte und zu etlichen Verkäufen verhalf.

 

Er stellte in Paris St. Petersburg und Frankfurt/M. aus und beteiligte sich regelmäßig an den Ausstellungen der großen Pariser Salons.

 

Als er 1905 heiratet, rückt nach und nach die Familie in den Mittelpunkt seines künstlerischen Interesses; er malt die Beziehung von Mutter und Kind sowie die schlafenden und spielenden Kinder mit einer glühenden Intensität des Ausdrucks.

 

1911 kauft er den Besitz "Buisson Picar" in Orsay, wo er bis zu seinem Tode malt: die Familie, die Landschaft und die Tiere um ihn herum sowie zahlreiche Stillleben.

 

1930 stirbt Nicolas Tarkhoff in Orsay.

 

 

Gemälde in öffentlichen Sammlungen

Musée départemental de l'Oise, Beauvais

 

Bibliografie

Gaston Diehl, Nicolas Tarkhoff, Édition Petit Palais, Genf, 1982

Katalog Nicolas Tarkhoff - Impressionen eines russischen Malers in Paris, Impressions of a Russian painter in Paris . Kunst-Museum Ahlen [22. August 1999 - 24. Oktober 1999]; Staatliches Russisches Museum St. Petersburg. Ahlen, 1999

Wieland Barthelmess, Nicolas Tarkhoff 1871-1930. Wegbereiter des Fauvismus. Berlin, 1997.


Nicolas Tarkhoff | Leben und Werk | Download PDF